Sie ist gesäumt von Mythen, Legenden und Schicksalen: Die Seidenstraße. Wo die Karawanen des Altertums Seide und andere Kostbarkeiten über Tausende Kilometer von China ins Abendland transportieren, soll heute nach ihrem Vorbild eine neue Verbindung zwischen Europa und Asien entstehen. Der Mongolenführer Dschingis Khan hinterließ hier seine Spuren, ebenso wie die Rote Armee. Ein Hilfskonvoi der Europäischen Union hat einen Teil der alten Pisten wiederbelebt. 7 000 Kilometer rollten LKW-Kolonnen mit Aufbauhilfe von Brüssel nach Afghanistan, durch das mystische Kaukasien ins glanzvolle Mittelasien.

Mit dem Projekt „Neue Seidenstraße“ soll ein Freihandelskorridor zwischen Ost und West entstehen, ein Plan mit strategischer Bedeutung. ZDF-Reporter Winfried Schnurbus hat den Konvoi vier Wochen lang begleitet. Durch die Weiten der ungarischen Puszta, durch die schwarze Wüste Turkmenistans bis zu den bizarren Gipfeln des Hindukusch. Seine Reportage beeindruckt durch spektakuläre Bilder, zeigt den wiederentstandenen Glanz in den legendären Städten Buchara und Samarkand, wo nach den finsteren Jahren der Sowjetzeit eine Rückbesinnung stattgefunden hat, der Geist der Seidenstraße wiederbelebt wird. Die Menschen, denen er entlang der neuen Seidenstraße begegnet, erzählen ihre Schicksale. Sie sind zum Teil enttäuscht über die Entwicklung des letzten Jahrzehnts, das ihnen eigentlich Freiheit und Wohlstand bringen sollte. Mit dem Entstehen der neuen wirtschaftlichen Schlagader verbinden sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Reportage spiegelt aber auch die zentrale Rolle Kaukasiens und Mittelasiens im Spiel um Macht und Öl.