Nach Westen das Mittelmeer, nach Osten der Persische Golf, nach Norden der Euphrat, im Süden das Rote Meer. Bosra lag am Schnittpunkt der großen Karawanen zwischen Ostasien und Europa, im Herzen des Morgenlandes. Kreuzweg der Christen, Pilgerweg der Gläubigen nach Mekka. Aber zuvor trafen sich die Wege der Kamele und Pferde der Nabatäer und Nomaden bis die Römer das Land besetzten und eine Großstadt in die Wüste bauten.

80.000 Einwohner und eine luxuriöse Stadtgestaltung mit Bädern und Gärten, Kolonnaden und unterirdischen Märkten für die Hauptstadt der römischen Provinz Arabien. Auch beim Bau des legendären Theaters wurde nicht gespart. Großartig geplant und aus hartem Basalt errichtet für die Ewigkeit. 15 bis 20 Tausend Zuschauer hatten darin Platz und von den oberen Rängen einen weiten Blick auf die fruchtbare Ebene des Hochlandes der Landschaft Hauran. Bosra lag immer am Schnittpunkt der Kreuzwege der Geschichte. Die Basilika zeugt von frühchristlicher Bekehrung, die Moscheen von islamischer Eroberung. Das römische Theater wurde im 12. Jahrhundert zur arabischen Festung ausgebaut. Ummauert mit den Steinen der Ruinen römischer Herrschaft. Das hat viele frühere Gebäude gekostet, aber dazu beigetragen, dass der Klang von Bosra noch heute sein faszinierendes Echo in die Welt trägt.