Ein Ort der Zuflucht in unsicheren Zeiten. In Georgien verehrt man wundertätige Ikonen und Kreuze, schätzt geheimnisvolle Geschichten. So ist es kein Wunder, dass sich um die Hauptkathedrale der georgischen Kirche bis heute Legenden ranken. Beim Bau der Sweti-Zchoweli-Kathedrale soll sogar ein Engel geholfen haben. „Sweti- Zchoweli“, das heißt „lebende Säule“ und erinnert an ein Ereignis beim Bau der Kirche: Als Nino im 4. Jahrhundert Königin Nana geheilt und zum Christentum bekehrt hatte, wollte König Mirian ihr zum Dank ein besonderes Denkmal setzen: Eine prächtige Kirche. Aber eine als „Säule“ vorgesehene Zeder ließ sich nicht fällen. Erst nach langen Gebeten erschien ein Engel, hob die Arme und der Baum stellte sich an den vorgesehenen Platz. Tatsächlich hat man beim Bau der Steinkirche Überreste jener Holzkiche gefunden, die damals gebaut wurden. Aber was hatte es mit dieser Zeder auf sich?

Als man in Jerusalem über Jesus zu Gericht saß, ging auch Elias aus Mtskheta dahin, um für Jesus zu sprechen. Er kam zu spät. Jesus war bereits gekreuzigt. Elias kehrte mit dessen Leichenhemd zurück und gab es seiner Schwester Sidonia. Die drückte das Hemd an sich und verstarb. Aber aus ihrem Grab wuchs eben jene Zeder, die sich 300 Jahre später nicht fällen ließ. Und die Sweti-Zchoweli Kirche ist also über dem Leichenhemd Christi gebaut worden.